Nachhaltigkeit geht anders

Am 14. Juni entscheidet die Stimmbevölkerung über die sogenannte “Nachhaltigkeits”-Initiative der SVP ab. Diese Initiative will die Einwohnerzahl bis 2050 auf zehn Millionen Menschen begrenzen und damit angeblich eine “nachhaltige Entwicklung” der Schweiz ermöglichen. Ganz im Gegenteil: Stimmen wir ja, würden viele wichtige Verträge gekündigt und wir wären innerhalb von Europa isoliert. Diese Abschottung hätte unberechenbare Folgen für das Wohl von allen, die in der Schweiz leben. Basel2030 stellt sich klar gegen diese menschenfeindliche Initiative. 

Gemeinschaft leben statt Hass sähen

Wir möchten unsere Energie darin investieren, wie die Welt in naher Zukunft aussehen soll und wie wir gut miteinander leben. Wie wollen wir zusammenarbeiten, öffentliche Räume schaffen, Kinder erziehen, unsere Nachbarschaften gestalten? Lasst uns zusammen das aufbauen, was wir uns wünschen.

Statt zu spalten und eine Gruppe gegen die andere auszuspielen, möchten wir uns darüber Gedanken machen, wie die Welt in naher Zukunft aussehen soll.

Echte Probleme, falsche Erklärungen

Das Problem der Nachhaltigkeit liegt nicht in der „Überbevölkerung“ sondern im übermässigen Konsum des reichsten Zehntels der Bevölkerung. Ihre Privatjets werden zahlreicher, ihre Häuser luxuriöser, ihr Vermögen immer unverhältnismässiger. Sie beanspruchen den grössten Teil von allem. Die Verteilung ist nicht gerecht. Seit Jahrzehnten wird in der Schweiz eine Politik zugunsten der Reichen und ausbeuterischen Firmen gemacht. Wir brauchen eine Politik, die sich für eine lebenswerte Zukunft aller einsetzt.

Der SVP geht es mit ihrer Initiative nicht um Nachhaltigkeit. Vielmehr stehen sie für eine anti-ökologische Politik ein, die stark auf Öl und Gas setzt. Unter dem Vorwand des Umweltschutzes versuchen sie ihre Anti-Immigrations-Idee bei der Bevölkerung beliebt zu machen. Die Probleme, mit denen alle in der Schweiz lebenden Menschen zu kämpfen haben, sind spürbar. Hitzesommer häufen sich, bezahlbare Wohnungen fehlen, Gesundheitskosten steigen, eine ausreichende Altersvorsorge erscheint unsicher. Doch der Ursprung dieser Probleme sind nicht die kleine Anzahl Schutzsuchender aus Krisenregionen, wie die SVP behauptet! Das sind fremdenfeindliche Erklärungen, mit denen die SVP seit den 1970er-Jahren Hass verbreitet. Wir brauchen eine progressive Sozialpolitik, effektiven Klimaschutz und eine Verteilungspolitik, die die Ressourcen dahin bringt, wo sie benötigt werden.

Mehr für alle und nicht alles für Wenige!

Chaos pur

Welche Auswirkungen die Annahme dieser Initiative tatsächlich haben wird, ist unsicher. Auf Chaos müssen wir uns aber einstellen, darum wird sie oftmals auch Chaos-Initiative genannt. Sicher ist, dass die Personenfreizügigkeit gekündigt werden würde. Das bedeutet, dass es viel schwieriger werden würde für Europäer:innen, in der Schweiz zu arbeiten. Wir sind heute aber stark auf diese Fachkräfte angewiesen und kämen unter anderem im Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft in grosse Schwierigkeiten. Dieser Mangel an arbeitender Bevölkerung wiederum gefährdet die Rentenfinanzierung. Für die Massnahmen zur Bewältigung des Klimawandels braucht es alle Hände, die mitanpacken – egal aus welchem Land sie ursprünglich kommen.